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II  Metareflexion in unseren Studien

In Zusammenarbeit mit Studenten, Praktikanten und freiwilligen Versuchspersonen belegen weitere Studien zur Metareflexion den besonderen Einfluss der „doppelten“ Reflexion. Einige Befunde von anderen Autoren werden hier vorangestellt.

Befunde in der Literatur

  1. Differentielle Unterschiede zwischen Versuchspersonen hinsichtlich ihres Grades des Reflexionsvermögens –  deren Abhängigkeit vom reflexiven Denken – unterstreicht den Zusammenhang von Denken, Problemlösefähigkeit und Reflexion. (s. D. Dörner, S. 254ff.)
  2. In der Erziehungsberatung spielt die Beachtung differenzierter Stufen von Reflexion über balancierende Reflexion bis zur Metareflexion im Beratungshandeln entscheidend. An Fallstudien dokumentiert die Autorin ihren Ansatz. (s. S. Tiefel, S. 246f.)
  3. Im Coachingprozess findet sich die „ergebnisorientierte Selbstreflexion“ als ein Beleg zur notwendigen gelingenden Selbstverbesserung. Damit wird die Selbstreflexion als Voraussetzung für die ergebnisorientierte (Meta-)Reflexion beschrieben. (s. S. Greif, S. 40)

Befunde aus unseren Studien

Unsere Kölner Studie (2002):

  • Die Verwendung beim Reflektieren von „Ich“ oder „Man“ unterscheidet in unserer Kölner Studie signifikant zwischen hoher und niedriger Veränderungskompetenz.
  • Verbesserung im Denken und Handeln entstand, wenn die Metareflexion als zweite Reflexion eine Veränderung/Verbesserung der ersten (Selbst-)Reflexion auslöste.
  • Ursachen für Fehler bei der Aufgabenlösung unterscheiden sich hinsichtlich der Kriterien Rechtfertigung vs. Selbstkorrektur eigenen eigenen Handelns.

Unsere Rostocker Studien (2011):

Alle Experimente, Studien, Interviews und auch Coachingbeobachtungen bestätigen, dass nur die metareflektierende Person aktiv und umfassend Impulse zum neuen Denken und Handeln annimmt und weiterentwickelt.

  • Fremdinduzierte Metareflexion (M. Schneider): Eine Person, die nicht selbst metareflektiert und deshalb „von außen“ angeregt und hinterfragt wird, kann dann eher Anregungen bzw. Lösungsansätze erkennen und nutzen, wenn sie dabei Ansätze zur Selbstkritik aufweist.
  • Problemlösende Metareflexion (u.a. Marie Ritter, Pauline Weigelt): Eine Person, die bei der Hinterfragung in der Ich-Form antwortet, kann eher als Personen, die ihre Selbstreflexion bei der Nachbefragung nur sinngemäß wiederholen, Problemlösungen finden. Aha-Effekte treten auf.