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III  Faktoren der Gestaltung des GUTES LEBENS im Zusammenhang mit Metareflexion

Betrachten wir die Fülle der vorliegenden Literatur und anderer Medien, spielt bei der Work-Life-Balance die Metareflexion eine herausragende Rolle.

Befunde in der Literatur

  1. In der populären Literatur nimmt das Buch von Bronnie Ware einen besonderen Platz ein. Im Buch beschreibt sie dort fünf grundlegenden Fehler, über die Sterbende reflektieren, die diese bereuen. Beispiele sind die Vernachlässigung von Freundschaften und der Lebensfreude.
  2. In der praxisorientierten Literatur war es vor allem Bernhard Sieland, der Tipps und Methoden zur Selbst- und Metareflexion verständlich dargestellt hat. Ohne (überlegte) systematische Metareflexion ist ein wirkliche Selbstentwicklung seiner Auffassung nach nicht vorstellbar.
  3. In meinen Studien zur Weisheitsforschung, z.B. zum „Buch der Wandlungen“ (s. Richard Wilhelm, Dennis Schilling), entdeckte ich, dass u.a. drei Hexagramme (41, 62 und 50) der 64 Hexagramme dann „Höchstes Glück“ versprechen, wenn Minderung, Reduktion und Selbsttranszendenz durch achtsames und kluges Vorgehen beachtet werden. Reflexion und Metareflexion werden in den Texten direkt angesprochen, weil der Aufbau der Hinterfragung das methodische Gerüst liefert.
  4. Nach meinen Beobachtungen stellt In allen Altersstufen die Selbstfürsorge für Körper, Geist und Seele – gerade auch für Führungskräfte – eine wichtige Voraussetzung dar. Eine Balance der drei Säulen Bewegung, Ernährung, Lebensfreude sollte im Mittelpunkt gerückt werden. Regelmäßige Gesundheitschecks, die bewusste Ermöglichung von Erfolgserlebnissen, die Suche nach Stille, Freundschaft und Entfaltung von eigenen „philosophisch-ästhetisch“ orientierten Lebensregeln zählen zum Beispiel dazu. Ausgeglichenheit im ständigen Austarieren dieser drei Säulen sind zu beachten. Eine Rekonstruktion der eigenen Ernährungs- und Trinkgewohnheiten sowie ein bewusstes Streben nach Glücksempfinden – und damit nach Lebensfreude außerhalb des beruflichen Lebens – werden erst dann voll und ganz als Attraktivität und Ausstrahlung von der Umgebung wahrgenommen.