Befunde in der Literatur
- Differentielle Unterschiede zwischen Versuchspersonen hinsichtlich ihres Grades des Reflexionsvermögens – deren Abhängigkeit vom reflexiven Denken – unterstreicht den Zusammenhang von Denken, Problemlösefähigkeit und Reflexion. (s. D. Dörner, S. 254ff.)
- In der Erziehungsberatung spielt die Beachtung differenzierter Stufen von Reflexion über balancierende Reflexion bis zur Metareflexion im Beratungshandeln entscheidend. An Fallstudien dokumentiert die Autorin ihren Ansatz. (s. S. Tiefel, S. 246f.)
- Im Coachingprozess findet sich die „ergebnisorientierte Selbstreflexion“ als ein Beleg zur notwendigen gelingenden Selbstverbesserung. Damit wird die Selbstreflexion als Voraussetzung für die ergebnisorientierte (Meta-)Reflexion beschrieben. (s. S. Greif, S. 40)
Befunde aus unseren Studien
Unsere Kölner Studie (2002):
- Die Verwendung beim Reflektieren von „Ich“ oder „Man“ unterscheidet in unserer Kölner Studie signifikant zwischen hoher und niedriger Veränderungskompetenz.
- Verbesserung im Denken und Handeln entstand, wenn die Metareflexion als zweite Reflexion eine Veränderung/Verbesserung der ersten (Selbst-)Reflexion auslöste.
- Ursachen für Fehler bei der Aufgabenlösung unterscheiden sich hinsichtlich der Kriterien Rechtfertigung vs. Selbstkorrektur eigenen eigenen Handelns.
Unsere Rostocker Studien (2011):
Alle Experimente, Studien, Interviews und auch Coachingbeobachtungen bestätigen, dass nur die metareflektierende Person aktiv und umfassend Impulse zum neuen Denken und Handeln annimmt und weiterentwickelt.
- Fremdinduzierte Metareflexion (M. Schneider): Eine Person, die nicht selbst metareflektiert und deshalb „von außen“ angeregt und hinterfragt wird, kann dann eher Anregungen bzw. Lösungsansätze erkennen und nutzen, wenn sie dabei Ansätze zur Selbstkritik aufweist.
- Problemlösende Metareflexion (u.a. Marie Ritter, Pauline Weigelt): Eine Person, die bei der Hinterfragung in der Ich-Form antwortet, kann eher als Personen, die ihre Selbstreflexion bei der Nachbefragung nur sinngemäß wiederholen, Problemlösungen finden. Aha-Effekte treten auf.